Jutta:
Ich fühle mich gut
Donnerstag Nachmittag. Ich bin auf den Weg zur Tanztherapie. Wie jede Woche werde ich mit 5 Anderen zusammen mit Frau Du Bois an mir, an uns arbeiten.
In der Anfangsrunde kommt die Aufgabe in mich hineinzuspüren. Wie geht
es mir? Was war vergangene Woche ? Was ist für heute wichtig?
Ich spüre erst einmal wenig. Die Woche war geprägt durch Arbeit und
Alltag, Termine, Herausforderungen, Überforderungen, die Flut von
Eindrücken, ich war stark, habe gekämpft, habe die feine, mahnende
Stimme in mir mit Aktionismus still gehalten. Jetzt bekommt sie Raum. Ich spüre meine Erschöpfung, meine Traurigkeit,
so bin ich heute hier.
Wir sind offen und ehrlich in der Therapiegruppe, das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Ein wichtiger Grundsatz aber, ist nur das zu sagen, was ich möchte, was heute angesagt ist.
Die Anfangsrunde ist bunt und gehaltvoll.
Wie immer findet Frau Du Bois eine Aktion um den Gefühlen in uns Ausdruck zu geben, mit ihnen zu experimentieren, sie zu wandeln. Im Tanz und in der Bewegung ist viel möglich. Meine innere Stimme, mein Körper führen mich. Ich bleibe im Kontakt zu mir und gleichzeitig bin ich inmitten der Gruppe, die sich bewegt, entwickelt.
Zwischen den Bewegungsaktionen gibt es immer wieder Pausen zur Reflexion Was passiert bei mir? Was kann ich daraus machen? Frau Du Bois fragt zielgerichtet nach, hört gut zu, findet für die weitere Körperübung eine gute neue Aufgabe für mich.
Viel zu schnell sind die 1 1/2 Stunden um.
In der Schlussrunde merke ich, es hat sich etwas getan. Die Traurigkeit ist heute noch da, aber vor allem spüre ich mich, meine Lebendigkeit, meine Präsenz, meine Wandlungsfähigkeit, ganz Innen fühle ich meinen, "Unzerstörrbaren Kern" und heute habe ich erlebt, dass das Leben, die Beziehung zu Anderen entwicklungsfähig, beweglich ist. Es lohnt sich dranzubleiben, auch wenn es oft schwer fällt und manchmal wehtut.
Wie geht es mir jetzt? Ich fühle mich gut!







